Humanpathogene Rickettsien in Zecken des östlichen Sambias

Düren / Shaker Verlag (2020) [Buch, Doktorarbeit]

Seite(n): VI, 94 Seiten : Illustrationen

Kurzfassung

Rickettsiosen stellen ein unterschätztes Risiko für die Bevölkerung und die Touristen dar. Bei erkrankten Reiserückkehrern sind Rickettsiosen häufiger als Malaria. Es gibt Hinweise auf humanpathogene Rickettsia spp. in Sambia, jedoch fehlen Daten. Eine Gesamtzahl von 1.465 Zecken von 20 verschiedenen Orten wurde untersucht. 1.438 Zecken stammen von Hunden, 24 von Rindern und 3 von einer Katze. Die Zeckenspezies wurde morphologisch oder mittels Sequenzierung des 16S rRNA Gens bestimmt. Die Zecken wurden einzeln mit einer pan-Rickettsia real-time PCR untersucht. Die Rickettsia species wurden identifiziert durch Sequenzierung der 23S-5S Intergenic Spacer Region, des partiellen ompA oder ompB Gens. Die untersuchten Zecken umfassten drei Gattungen und sieben Spezies: 1.255 Rhipicephalus sanguineus „tropical lineage“, 136 Rhipicephalus appendiculatus, 5 Rhipicephalus zambesiensis, eine Rhipicephalus Boophilus microplus, 9 Rhipicephalus simus, 29 Haemaphysalis elliptica und 30 Amblyomma variegatum. In der pan-Rickettsia qPCR wurden 67 (4,6 %) Proben positiv getestet. Rickettsia africae konnte in 24 A. variegatum und in 3 Rh. sanguineus „tropical lineage“ gefunden werden. Ein weiblicher Rh. sanguineus „tropical lineage“ wurde positiv für R. massiliae und ein männlicher positiv für R. conorii ssp. caspia getestet. Weitere 36 positive Proben konnten aufgrund von niedrigen DNA Gehalt keiner Spezies zugeordnet werden. Die Studie beweist, dass R. africae, R. massiliae und R. conorii ssp. caspia in Sambia vorkommen, wobei R. massiliae und R. conorii ssp. caspia zum ersten Mal in Sambia gefunden wurden. R. africae wies zusätzlich eine Variabilität in den Genen 23S-5S und ompA Fragment IV auf, welches einen Einfluss auf die Pathogenität haben könnte. Damit besteht ein Risiko sowohl für die Bevölkerung als auch für Touristen sich mit Zeckenbissfieber im South Luangwa Tal in Sambia zu infizieren. Die reisemedizinische Gesundheitsberatung sollte daher eine Beratung des Touristen zu Zeckenschutzmaßnahmen beinhalten. Bei fiebernden Reiserückkehrern sollte eine Rickettsiose unbedingt differenzialdiagnostisch in Betracht gezogen werden.

Autorinnen und Autoren

Autorinnen und Autoren

Kattner, Simone

Gutachterinnen und Gutachter

Küpper, Thomas
Apel, Christian

Identifikationsnummern

  • ISBN: 3-8440-7144-X
  • ISBN: 978-3-8440-7144-3
  • REPORT NUMBER: RWTH-2020-02005