Einfluss von hyperthermen Oberflächen auf Humanblut

Aachen / Publikationsserver der RWTH Aachen University (2012) [Doktorarbeit]

Seite(n): IV, 89 S. : Ill., graph. Darst.

Kurzfassung

Zur Abschätzung des Einflusses hyperthermischer Belastungen in blutführenden Systemen sind umfassende Untersuchungen zum Schädigungsverhalten von Humanblut notwendig. In diesem Rahmen wurden titanlegierte Pumpenhülsen in 25 ml heparinisiertes Humanblut getaucht. Diese wurden über den Zeitraum von 15 Minuten konstant mit einer spezifischen Temperatur (37°C - 45°C) temperiert. Ein weiteres Versuchsgefäß lief ohne Pumpenhülse und unbeheizt mit. Blutproben zur Bestimmung der Blutparameter und der plasmatischen Gerinnungskaskade wurden gewonnen. Weiterführend wurde die Masse der Oberflächenablagerungen bestimmt und histologisch ausgewertet. Ein Versuch fand im FACS (Fluorescent activated Cell Sorter) gesonderte Betrachtung. Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten und Hämatokrit weisen bei Temperaturen bis 45°C keine temperaturabhängigen Veränderungen auf. Der Hämoglobingehalt wie auch der PF4 (Plättchenfaktor 4) zeigen temperaturabhängige Signifikanzen, wobei die verschiedenen Bedingungen der temperierten Gefäße und der Vergleichsprobe bei der Interpretation berücksichtigt werden müssen. Bei den Erythrozyten, Hämatokrit, Hämoglobin und vor allem den Thrombozyten kommt es zu einem signifikanten Abfall der Zellzahlen über die Versuchsdauer, der aber nicht temperaturabhängig ist. Der Abfall der Zellzahlen korreliert weitgehend mit der Entstehung von Oberflächenablagerungen (Maximum bei 41°C). Bei Temperaturen über 43°C kommt es wieder zu einer Abnahme der Adhäsionen. Lichtmikroskopisch zeigen sich bei höheren Temperaturen (41°C, 45°C) signifikant mehr Granulozyten. Ein Versuch wurde im FACS im Hinblick auf aktivierte Thrombozyten untersucht, wobei ein temperaturabhängige Tendenz bei 43 °C beschrieben werden konnte. Die Ergebnisse unserer Untersuchungen legen nahe, dass Humanblut im Allgemeinen Temperaturen bis 45°C über die untersuchte Expositionszeit von 15 Minuten toleriert, es aber zu Veränderungen der Blutzusammensetzung mit Aktivierung der Thrombozyten kommt. Eine wichtige Rolle scheint dabei der Fremdoberflächenkontakt zu spielen. Eine genaue, sichere Temperatur für Oberflächen in Kontakt mit Humanblut, die keinen unerwünschten Effekt auf das Blut hat, konnte im Rahmen des Versuchsstandes nicht ermittelt werden.

Autorinnen und Autoren

Autorinnen und Autoren

Schmidt, Verena Isabel

Gutachterinnen und Gutachter

Schmitz-Rode, Thomas

Identifikationsnummern

  • URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-39555
  • REPORT NUMBER: RWTH-CONV-124508