Objektive Bewertung der Spontanmotorik bei gesunden Neugeborenen

Aachen / Publikationsserver der RWTH Aachen University (2008) [Doktorarbeit]

Seite(n): 140 S. : Ill., graph. Darst.

Kurzfassung

Die Bewertung der Spontanmotorik Neugeborener stellt immer noch in dem Wust der Entwicklungstest, die es zum Ziel haben, ein Neugeborenes entsprechend des Entwicklungsstandes einzuordnen, vergleichend zu beurteilen und weiterhin eine adäquate Prognose entsprechend der Entwicklung zu geben, einen kleinen aber dennoch sehr wichtigen Anteil dar, da sich gerade intrakranielle Läsionen in einer veränderten Spontanmotorik äußern. Bisher erfolgte die Beobachtung der Spontanmotorik durch eine rein visuelle und somit sehr subjektive Analyse. Durch die Entwicklung eines dreidimensionalen Bewegungsanalysesystem (ICP Diagnost) ist uns eine Objektivierung der Bewertung der Spontanmotorik Neugeborener gelungen, das in dieser Arbeit anhand von unterschiedlich großen Datenbanken validiert und ausgewertet wurde. Die Messungen erfolgten im 1./3. und 5. Monat post partum an 11 gesunden und 7 an ICP erkrankten Kindern, die durch die behandelnden Pädiater an das Helmholtz Istitut für Biomedizinische Technik entsprechend der Familien; Schwangerschafts; Geburts- und Neugeborenenanamnese angebunden wurden. Die Bewegungen der Neugeborenen wurden unter standardisierten Bedingungen von 7 Kameras aufgezeichnet, um deren Linse Stroboskope angeordnet waren, deren ausgestrahltes Infrarotlicht von Markern, die an vordefinierten Stellen des Körpers des Neugeborenen platziert wurden, reflektiert wurde. Diese aufgezeichneten Daten wurden mittels des Bewegungsanalysesystems Vicon 370 der Firma Oxford Metrics in dreidimensionale Daten umgewandelt. Nach Bearbeitung der Daten entstand ein Biomechanisches Modell, das die Bewegungen des Neugeborenen in Form eines „full body model“ darstellen konnte. Anhand der entstandenen Messdaten konnten verschiedene für die Spontanmotorik charakteristische Kenngrößen, wie Geschwindigkeit, Beschleunigung oder Verteilung der Bewegungen im Raum ermittelt werden und hieraus wiederum 35 Parameter für den Vergleich der Spontanmotorik gesunder und erkrankter Neugeborener abgeleitet werden. Mit Hilfe der neugewonnen Daten wurden daraufhin mittels eines Matlab Programmes (Patient Classificator) 5 unterschiedlich große Evaluationsdatenbanken und die dazu optimalsten 8 Parameter erstellt, mit denen die 3 Klassifikationssysteme des zur Objektivierung der Spontanmotorik entwickelten Programmes „ICP-Diagnost“ entsprechend der Gütekriterien, des Vorhersagewertes und der Korrektklassifikationsrate ausgewertet wurden. Des Weiteren wurden die bei den Messungen beobachteten Bewegungsunterschiede in der Spontanmotorik gesunder und erkrankter Kinder mittels eines statistischen Tests hinsichtlich der Signifikanz beurteilt.

Autorinnen und Autoren

Autorinnen und Autoren

Kowarzik, Dorit

Gutachterinnen und Gutachter

Schmitz-Rode, Thomas

Identifikationsnummern

  • URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-25956
  • REPORT NUMBER: RWTH-CONV-113024