Vergleichende In-vitro-Testung von Kavafiltern

Aachen / Publikationsserver der RWTH Aachen University (2008) [Doktorarbeit]

Seite(n): 136 S. : Ill., graph. Darst.

Kurzfassung

Die Lungenembolie stellt eine gefürchtete Komplikation einer tiefen Beinvenenthrombose dar. Durch eine antikoagulatorische Therapie ist es zwar möglich die Sterblichkeit signifikant zu verringern, aber für Patienten mit Kontraindikationen für eine solche Therapie müssen Alternativen zur Verfügung stehen. Eine dieser Alternativen sind Kavafilter, deren Einsatz in dieser Arbeit diskutiert werden soll. Ziel dieser Studie war ein standardisierter und reproduzierbarer Vergleich von verschiedenen Kavafiltern. Zu diesem Zweck wurde ein Strömungsmodell der Vena cava inferior entwickelt, in welchem 6 etablierte (Günther Tulip (Cook), OptEase (Cordis), Recovery (Bard), Vena Tech LP (Braun), Anthéor permanent (Boston Scientific), Titanium Greenfield (Boston Scientific)), ein bereits in-vitro getesteter (Cook Celect (Cook)) und ein neu entwickelter (Maschenfilter) IVC Filter unter verschiedenen Bedingungen getestet wurden. Die Testdurchführung sollte es ermöglichen, die Fangeffizienz sowie die Fangeigenschaften der verschiedenen Filter in Abhängigkeit von der Thrombengröße, der Trombenanzahl, der Filterposition (exzentrisch/zentrisch) und der Filterlage (vertikal/horizontal) beurteilen zu können. Daher wurde die Durchführung in 2 Testreihen gegliedert:1. Einzelembolus-Test. Im Einzelembolus-Test wurden die verschiedenen Filter sechs verschiedenen Thrombengrößen (3x5, 3x10, 5x10, 5x20, 7x10, 7x20, 10x24mm) ausgesetzt und die Fangeffizienz wurde in Abhängigkeit von der Thrombengröße, der Filterposition (zentrisch/exzentrisch) und der Filterlage (horizontal/vertikal) berechnet.2. Mehrfachembolus-Test. Der Mehrfachembolus-Test wurde unter Verwendung von 5 Thromben der Größe 3x10mm durchgeführt, welche alle direkt nacheinander in den Filter eingeschwemmt wurden. Die Fangeffizienz wurde anschließend aus der Anzahl der gefangenen Thromben in unterschiedlicher Filterlage und –position berechnet. Folgende Ergebnisse konnten dabei gewonnen werden:1) Es gibt erhebliche Unterschiede bezogen auf die Fangrate zwischen den getesteten Filtern (p<0,0001)2) Mit zunehmender Thrombengröße steigt die Fangeffizienz signifikant an (p < 0,001)3) Die Filterlage (vertikal/horizontal) hat in unserer Versuchsdurchführung weder im Einzel- noch im Mehrfachembolus-Test eine signifikante Auswirkung auf die Fangeffizienz (p = 0,3870 bzw. P = 0,2241)4) Unseren Beobachtungen zufolge hat die Filterposition (zentrisch/exzentrisch) keinen statistisch signifikanten Einfluss auf die Fangrate (p = 0,1558).Im Mehrfachembolus-Test zeigen sich hingegen signifikant höhere Fangraten in zentrischer Filterposition (p = 0,0149)5) Die meisten Filter verschlechtern entgegen den Erwartungen ihre Fangeffizienz unter Mehrfachexposition mit Thromben der Größe 3x10mm.Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es erhebliche Unterschiede zwischen den getesteten Kavafiltern gibt. Der neu entwickelte und als Labormuster mit in die Studie eingegangene Maschenfilter zeigte durchgehend die besten Ergebnisse. Aber durch die enge Maschenstruktur könnte in-vivo eine erhöhte Thrombogenität resultieren. Der bereits in-vitro getestete Cook Celect Filter und der Günther Tulip Filter erreichen sowohl im Einzel- als auch im Mehrfachembolus-Test sehr gute Fangraten, wobei besonders die hohe Fangeffizienz bei kleinen Thromben (3x5, 3x10 mm) auffiel. Der Vena Tech LP und der OptEase Filter erzielten durchschnittliche Ergebnisse. Durch unterdurchschnittliches Abschneiden fielen der Anthéor, der Recovery und der Titanium Greenfield Filter auf, welche selbst bei großen Thromben (>5x10 mm) bedenklich niedrige Fangraten (50,00%) zeigten. Wenn die Indikation für einen IVC Filter gegeben ist, sollte daher sehr sorgfältig abgewogen werden, welcher der Filter zur Anwendung kommt. Aufgrund der sehr guten Fangeigenschaften haben sich der Günther Tulip, sowie der Cook Celect Filter als empfehlenswert herausgestellt.

Autorinnen und Autoren

Autorinnen und Autoren

Mossdorf, Anne

Gutachterinnen und Gutachter

Schmitz-Rode, Thomas

Identifikationsnummern

  • URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-25193
  • REPORT NUMBER: RWTH-CONV-112935