Testung des Biofilminhibitors Carolacton im Kariesmodell der Ratte

Aachen (2015) [Doktorarbeit]

Seite(n): IV, 147 S. : Ill., graph. Darst.

Kurzfassung

Diese Dissertation beschreibt die erstmalige Anwendung des Wirkstoffs Carolacton in vivo. Carolacton ist eine biofilminhibierende Substanz aus Myxobakterien, die in nanomolaren Konzentrationen ihre Wirkung bereits in vitro gezeigt hat. Zunächst wurde ein Kariesmodell in der Ratte etabliert. Die Tiere (Stamm: Sprague Dawley) wurden nach Desinfektion der Maulhöhle und antibiotischer Vorbehandlung mit dem Erreger Streptococcus mutans (Stamm: UA 159) inokuliert, der als einer der Hauptverursacher der Karies bekannt ist.Zur Untersuchung wurde Carolacton auf dieser etablierten Modellbasis als Zahnlack (1. Versuch) bzw. Trinkwasserzusatz/Mundspülung (2. Versuch) angewandt. Als Positivkontrolle wurde im zweiten Versuch eine Fluoridgruppe mitgeführt. Fluorid gilt in der Zahnmedizin weiterhin als Goldstandard zur Kariesprophylaxe. Am Ende der Versuchsreihen (Dauer 67 und 41 Tage) wurden die Molaren der Tiere histologisch nach Keyes, Larson und nach einer selbstentwickelten „Heinz“-Methode ausgewertet. Die quantitativen Daten wurden deskriptiv beschrieben und mittels eines statistischen Signifikanztests (ANOVA) analysiert. Durch Carolacton sollte eine Reduktion der Kariesaktivität erreicht werden. Die Kariesinduktion war in beiden Versuchsteilen erfolgreich. Im ersten Versuch ist nach Keyes ein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen Kontrolle und Lack C (p=0,0069) und Kontrolle und Lack D (ohne Carolacton) (p=0,0266) nachweisbar. Bei Analyse der Einzelwerte (E, Ds, Dm, Dx) zeigt sich diese Signifikanz auch in den tieferen Dentinschichten (Ds, Dm, Dx). Im Schmelzbereich (E) aller Gruppen (p=0,8723) sind keine signifikanten Unterschiede greifbar. Im zweiten Versuch ist nach Keyes ein signifikanter Unterschied zwischen der Fluoridgruppe und der Carolacton-B-Gruppe (p=0,0245) nachweisbar. Die Analyse der Einzelwerte ergab einen signifikanten Unterschied im Ds-Areal (p=0,0005). Zwischen Fluorid und der Carolacton-A-Gruppe (ohne Carolacton) lässt sich ebenfalls im Ds-Areal ein signifikanter Unterschied feststellen (p=0,0326). Die Anwendung von Carolacton konnte in den vorliegenden Untersuchungen keine Biofilminhibition und Kariesreduktion erzielen.

Autorinnen und Autoren

Autorinnen und Autoren

Heinz, Vera Ute

Gutachterinnen und Gutachter

Apel, Christian
Conrads, Georg

Identifikationsnummern

  • URN: urn:nbn:de:hbz:82-rwth-2015-045530
  • REPORT NUMBER: RWTH-2015-04553