Klappenthrombogenität

Ansprechpartnerin

Name

Johanna Clauser

Oberingenieurin Research & Validation

Telefon

work
+49 241 80 89356

E-Mail

E-Mail
  Thrombostester des CVEs THA 3 Urheberrecht: CVE Thrombostester des CVEs THA 3

Hintergrund

Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen zählen in Deutschland immer noch zu den häufigsten Todesursachen, trotz der steigenden Zahl an Eingriffen beispielsweise an der Aorta. Im Falle eines Aortenklappeneingriffs wird die natürliche Klappe entweder rekonstruiert oder durch eine künstliche Prothese ersetzt. Dafür stehen verschiedene Prothesenmodelle zur Auswahl. Diese lassen sich in mechanische und biologische Prothesen einteilen. Dabei bieten mechanische gegenüber biologischen Prothesen den Vorteil, dass sie eine lange Haltbarkeit besitzen. Demgegenüber steht allerdings eine lebenslange Einnahme von Gerinnungshemmern, da es bei mechanischen Prothesen vermehrt zu Thrombenbildung an der Klappe kommt. Jedoch wird in jüngster Zeit das tatsächliche Auftreten von Thromben an Bioprothesen sowie deren klinische Relevanz aufgrund von neuen Bildgebungsverfahren erneut von Klinikern hinterfragt.

Projektziel

Im Rahmen dieses Projekts sollen nun die neuen Vermutungen aus der Klinik in einer reproduzierbaren Umgebung überprüft werden. Dafür wird in einer In‑vitro‑Studie eine in der Klinik viel eingesetzte biologische Prothese, die Medtronic Hancock II, untersucht. Aufgrund der höheren Thrombogenität von mechanischen Prothesen wird eine entsprechende Prothese als Referenz verwendet. Für mechanische Prothesen gilt die St. Jude Medical als Goldstandard in der Klinik, weshalb diese für einen Vergleich herangezogen wird. Durch den Vergleich lässt sich somit die Thrombogenität biologischer Prothesen qualitativ einordnen und bewerten. Zudem werden Risikofaktoren für Thrombenbildung aus dem Entstehungsort, der Größe und der Anzahl der Thromben abgeleitet.

Methodik

Am CVE wurde in einem früheren Projekt ein In‑vitro‑Prüfstand (THIA 3) zur Bewertung der Thrombogenität von künstlichen Herzklappen entwickelt. Mithilfe des In‑vitro‑Prüfstands werden die physiologischen Bedingungen des linken Ventrikels reproduziert. Als Testfluid wird Schweineblut vom Schlachthof eingesetzt. Während des Versuchs werden die hydrodynamischen Bedingungen, wie Druck und Fluss, aufgezeichnet. Außerdem werden Blutproben genommen und Blutparameter, wie Thrombozytenzahl und Rotem, gemessen. Nach Versuchsende wird das thrombotische Material an der Prothese fixiert und die Gewichtsdifferenz der Prothese vor und nach dem Versuch notiert. Außerdem werden die Auflagerungen optisch unter dem Mikroskop untersucht. Nachdem die Tests am Institut abgeschlossen sind, wird extern das thrombotische Material analysiert. Dadurch werden auch kleinste Thromben oder Oberflächenveränderungen erfasst. Neben der Menge und den Entstehungsort werden die Auflagerungen auch hinsichtlich ihrer einzelnen Bestandteile wie Zellart, Proteinsorte, untersucht.