Potential des von Willebrand Faktors zur Bestimmung der Blutschädigungsprofils von Blutpumpen

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Eva Wölke

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Hintergrund

Der von Willebrand Faktor (VWF) ist das größte lösliche Protein des Menschen und wesentlich für die frühe Phase der Blutgerinnung. Bei den im Falle einer Gefäßverletzung herrschenden hohen Scherkräften falten sich die großen VWF-Multimere auf und rekrutieren die noch inaktiven Blutplättchen zum Ort der Verletzung, um diese primär abzudichten. Gleichzeitig wird durch die Auffaltung auch der Abbau des VWF und damit die Funktionalität reguliert.

Hohe Scherbelastungen sind auch Begleiterscheinungen von Systemen zur Herzunterstützung. Da diese hier im Gegensatz zu einer akuten Verletzung andauern, kommt es durch den vermehrten Abbau und zusätzlich durch mechanische Zerstörung zu einem Verlust von funktionalen VWF und damit zu einem erhöhten Blutungsrisiko für die Patienten.

Projektziel

Der scherbedingte negative Einfluss von Blutpumpen auf die VWF Funktionalität ist zwar bekannt, die VWF Analyse wird aber bislang bei der Verifizierung solcher und ähnlicher Medizinprodukte noch nicht berücksichtigt. Die Blutschädigung eines Herzunterstützungssystems wird bislang normativ anhand seiner Hämolyserate, also der Zerstörung der Erythrozyten, gemessen, obwohl der VWF prinzipiell sensitiver auf Schereinflüsse reagiert. In diesem Projekt wird daher das Potential des VWF für die Früherkennung und Differenzierung der scherbedingten Blutschädigung durch Blutpumpen erforscht.

Methodik

Hierfür werden sowohl Proben aus In-vitro-Versuchen als auch klinische Blutproben von Patienten, denen ein linksventrikuläres Unterstützungssystem implantiert wird, untersucht und das VWF-Profil analysiert.

Die VWF Analytik umfasst den proteinchemischen Nachweis der Funktionalität und die Quantifizierung des VWF mittels Enzym-konjugierten Immunadsorptionstests sowie die Detektion des VWF-Multimeren-Profils durch Auftrennung der Proteine im elektrischen Feld (Gelelektrophorese).

Die Analysemethoden sollen zum einen für das am LuF CVE in den In-vitro-Versuchen verwendete Schweineblut spezifiziert und zum anderen hinsichtlich ihres Zeit- und Kostenaufwands optimiert werden

Teilweise gefördert im Rahmen des HOC Surf Projektes durch: Europäische Union und Land Nordrhein-Westfalen