Protembo

 

Hintergrund

Bei akuter Aortenklappenstenose, kurz AS, handelt es sich um eine abnorme Verengung der Aortenklappe. Dadurch wird der Fluss des mit Sauerstoff angereicherten Blutes vom Herzen in den Körperkreislauf stark einschränkt. Die akute Aortenklappenstenose gehört zu den am häufigsten beobachteten Herzklappenerkrankungen und wird üblicherweise mit einem Aortenklappenersatz behandelt.

Die konventionelle Methode des Herzklappenersatzes ist eine Operation am offenen Herzen. Diese Methode geht jedoch bei älteren Patienten mit einem hohen Mortalitätsrisiko einher. Daher wird bei Patienten mit einem hohen Operationsrisiko eine Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI) durchgeführt, welche eine vergleichsweise einfache und sichere sowie eine weniger invasive Alternative darstellt. Durch die minimalinvasive Behandlungsmöglichkeit und der schnelleren Operationszeit sowie auch einer schnelleren Genesungszeit werden TAVI-Behandlungen zunehmend auch bei Patienten mit einem geringen Operationsrisiko eingesetzt.

Trotz der vielen Vorteile dieser minimalinvasiven Methode, besteht bei jedem TAVI-Eingriff die Gefahr der Entstehung von Mikrothromben, Gerinnseln und Ablösung kleinster Partikel und der daraus folgenden Induktion von Schlaganfällen.

Schlaganfälle gehören nicht nur zu den häufigsten Ursachen für bleibende Behinderungen bei Erwachsenen, sondern stellen auch die zweithäufigste Ursache für Demenz dar. Ausgelöst durch zerebrale Mikroembolien können stille Hirninfarkte auftreten. In den meisten Fällen werden leichte Gehirnläsionen während oder nach eines TAVI-Eingriffs festgestellt.

Diese Häufigkeit von neurologischen Komplikationen in Folge von TAVI-Behandlungen verdeutlichen die Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen um die Patientensicherheit zu steigern.

Projektziel

Durch die Entwicklung des innovativen Embolieschutzgeräts, dem ProtEmbo Device (siehe Abbildung 1), sollen neurologische Komplikationen während eines TAVI-Eingriffs bei akuter Aortenklappenstenose minimiert werden.

Das neuartige Schutzsystem des zerebralen Gefäßsystems soll vor dem Eintreten von Kalkpartikeln sowie Blutgerinnseln schützen und somit das Risiko eines Schlaganfalls deutlich reduzieren.

  ProtEmbo Device Urheberrecht: Protembis GmbH Abbildung 1: ProtEmbo Device  

Im Hinblick auf die spätere Zulassung durch die Protembis GmbH sollen bei der Entwicklung kommerzielle Medical-Grade-Materialien verwendet werden. Radiopake Marker sollen zudem eine sichere Navigation und Visualisierung sowie gegebenenfalls eine Repositionierung im Aortenbogen gewährleisten. Zusätzlich soll das Device durch eine umfangreiche Anatomiestudie so konzipiert werden, dass eine breite Patientengruppe optimal behandelt werden kann.

 
.
Projektvideo
 
Förderer: Dieses Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, Förderkennzeichen 13GW0058B
Kooperationspartner: Protembis GmbH