Bernoulli Verifikation

 

Hintergrund

Im klinischen Alltag wird die hydrodynamische Performance einer Herzklappenprothese mit Ultraschall-Doppler bestimmt. Dabei wird der Druckgradient der Prothese über die gemessenen Geschwindigkeiten nach der vereinfachten Bernoulli-Formel ∆P=K(vd²-vp²) berechnet, wobei der Koeffizient K gleich 4 gesetzt wird.

Bei dem sogenannten Bernoulli Verifikationstest wird der theoretische Koeffizient 4 der vereinfachten Bernoulli-Gleichung für die vermessene Herzklappenprothese verifiziert. Das heißt die prothesenbedingte Abweichung des Koeffizienten vom theoretischen Wert 4 wird mit diesem Test bestimmt. Der Bernoulli Verifikationstest wird im Rahmen der Prüfung einer Herzklappenprothese nach gültigem FDA Standard empfohlen und beschrieben.

Testverfahren

Der Bernoulli Verifikationstest wird im CVE-Kreislaufsimulator durchgeführt.

Für diesen Test wird der Druckgradient über die Aortenklappe an zwei unterschiedlichen Stellen bestimmt. Hierzu wird der Druck im Ventrikel und an zwei Stellen in der Aorta ca. 3 cm und ca. 10 cm stromab der Aortenklappe gemessen. Gleichzeitig werden die Geschwindigkeiten proximal und distal der Aortenklappe mit Ultraschall-Doppler gemessen. Aus den gemessenen Daten erfolgt die Berechnung eines „neuen“ für die jeweilige Herzklappenprothese spezifischen Koeffizienten K für die vereinfachte Bernoulli-Gleichung ∆P=K(vd²-vp²). Hierzu werden die Druckdifferenzen gegen die Differenz der Ultraschall-Doppler Geschwindigkeiten aufgetragen und mittels linearer Regression analysiert. Die Steigung der Regressionsgraden entspricht dem prothesenspezifischen Koeffizienten K.